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Über Liebe

 

  Ursprüngliche Liebe - ohne Grenzen

 

 

Und hätte der Liebe nicht  (1.Kor.13,1-13)

 

Liebe ist das Wichtigste
 

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete und hätte der liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen und hätte der Liebe nicht, so wäre mir´s nichts nütze.

                                          Liebe kennt keine Grenzen.

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, sie stellt sich nicht ungebärdig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit, sie verträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird.

                                          Noch ist alles Stückwerk, doch das Vollkommene kommt.

Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber das Vollkommene kommt, so wird das Stückwerk aufhören.

Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindliche Anschläge, da ich aber ein Mann ward, tat ich ab, was kindlich war.

Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.

                                          Solange bleibt Liebe

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Nun sind es zwei Jahre, am 2. 2. 04 konnte ich Geburtstag feiern, aber rational begriffen habe ich es immer noch nicht, was da passiert ist, und ich werde es nicht begreifen. Und jetzt am 22. 2. O4 soll ich, darf ich über 1.Kor. 13 predigen. Die Themen Krebs, Krankheit, Sex, Liebe und Leidenschaft beschäftigen mich weiter, und ich mache laufend neue Entdeckungen. Dazu helfen auch viele, die mir schreiben oder mich anrufen. Bei denen will ich mich auch hier mal bedanken. Und anderen möchte ich Mut machen: Es gibt eine für uns rätselhafte Heilkraft, sie hat etwas mit Liebe zu tun, vielleicht auch mit der Antriebskraft, die das ganze Leben und die Welt in Gang hält...

 

Liebe ist ohne Grenzen, bleibt und geht weiter.
Predigt am 22.2.04  Estomihi,   zu 1.Kor.13.1-13

Liebe Freunde, Liebe Gemeinde,

Ich habe mich immer gewehrt gegen eine Dreiteilung des Menschen in Geist, Seele, Leib, wenn das wirklich eine Teilung und nicht bloß eine Verstehenshilfe sein soll, alles gehört zusammen und ist eine Einheit als Mensch. Genauso wehre ich mich gegen eine Dreiteilung der Liebe in zum Beispiel Agape, Eros und Sex, alles gehört zusammen und ist eben "Liebe". Denn wo bleibt denn das Menschliche, das Körperliche, wenn wir nur noch nach einer geistigen Agape oder nur nach göttlicher Liebe streben würden. Liebe ist die Brücke zwischen Gott und Menschen und die Brücke zwischen uns Menschen mit allem, was dazu gehört. So will ich auch Paulus verstehen, wenn er davon schreibt, dass nichts wichtiger als Liebe ist und dass sie als Zugang zu allem bleibt, das von Gott kommt und eines Tages in etwas Vollkommenem vollendet wird. Dennoch ist Liebe zu dem geworden, was in uns auch die größte Sehnsucht, die meiste Angst und Not auslöst. Wir suchen etwas, was uns alle befriedigt und uns ewiges Glück bedeutet.
 

Die Brücke von San Luis Rey, Roman von Thornton Wilder, erschienen 1927.  "Hätte ich die Liebe nicht..."

Freitag, den 20. Juli 1714, um die Mittagsstunde riß die schönste Brücke in ganz Peru. Die Inka hatten sie vor mehr als einem Jahrhundert aus Weidenzweigen geflochten... Der heilige Ludwig von Frankreich beschützte sie mit seinem Namen. Ihm war auch die kleine Lehmkirche auf der andern Seite gewidmet. Große Bestürzung gab es, fünf Menschen waren hinuntergestürzt und in der Schlucht verschwunden. Viele waren jeden Tag über die Brücke gegangen, die fast etwas Heiliges war, und mancher dachte jetzt, ein besserer Mensch zu werden, denn es hätte ja ihn oder sie auch treffen können.

Auch Pater Juniper wäre den fünf fast gefolgt, er war gerade dort, als das Unglück geschah. Er sah nun seine Aufgabe darin nachzuforschen, warum es gerade die fünf getroffen hatte: Ein junger Mann, ein Mädchen, eine ältere Dame, ein Junge und ein Mann, den sie alle Onkel Pio nannten. Gott ist gerecht, welche Gründe hatte er, gerade diese Leute in den Tod zu reißen? Welchen Sinn hatte das Unglück? Doch der Pater wird enttäuscht, er findet trotz aller Nachforschungen keine plausiblen Erklärungen, obwohl das gesammelte Material von Befragungen und Interviews zu den Personen ein ganzes Buch füllte. Er findet nur Menschen, die an Einsamkeit leiden wie viele andere auch, die um die Liebe ringen. Juniper kann sich nur wundern und staunen über die einfachen Schicksale. Das Suchen und manchmal plötzliche Finden von Liebe in allen Variationen werden in Wilders Geschichte angesprochen, die sich irgendwie an
1. Kor. 13 orientieren will.


Manchmal werden Menschen in ihrer Einsamkeit und Liebesbedürftigkeit heimgesucht, von einer plötzlichen Freude überrascht. Liebe ist die Brücke zwischen ihnen und die Brücke zu allen Geheimnissen Gottes, und von diesen werden alle Formen von Liebe durchflutet. Wir sehnen uns und rätseln doch über die Liebe. Die Brücke ist Symbol, doch sie reißt. Junipers sehnlich gesuchter Nachweis für Gottes Gerechtigkeit konnte nicht erbracht werden. Und doch leuchtet der Sinn des Lebens in Gottes und aller Menschen Liebe auf.

Am Schluß des Romans spricht die Äbtissin, die viele Kranke vor der Welt draußen schützen und ihnen Licht und Wärme geben will: "Bald werden wir alle sterben. Wir werden hier im Leben für eine Weile geliebt und dann vergessen. Doch die Liebe, die wir erlebt haben, wird genug sein, und alle diese Regungen von Liebe kehren zurück zu der einen, die sie entstehen ließ...
Da ist ein Land der Toten und der Lebenden, und die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe - das einzig Bleibende, der einzige Sinn." Ist in diesem Schluß die Lösung für das ganze Leben, für dieses Rätseln um dieses Unglück. Die Kirche konnte, so wird erzählt, diese Botschaft nicht ertragen, darum wurde das Buch des Pater Juniper verbrannt und er selbst auch.
Der Leser fühlt sich hineingenommen in Junipers Detektivspiel, so ging es mir auch, und wird erinnert an die Geheimnisse Gottes. Eines scheint bei allen fünf Menschen gleich zu sein und auch bei den anderen, denen sie begegnet sind: die Angst in der Welt allein gelassen zu werden.


"Wir schauen wie in einen Spiegel in einem dunklen Wort."

Liebe brauchen alle Menschen, und vielleicht ist das uns allen gemeinsam: Die Angst vor dem Verlassenwerden und dem Alleinsein. Wagen viele darum keine Liebe mehr, weil sie Enttäuschungen fürchten? Unser Leben ist bruchstückhaft. Doch Liebe ist das alles Verbindende, und sie hört niemals auf. Doch ich denke, mit Liebe will gerade Jesus alle unsere Angst vertreiben. Sein Gebot heißt: "Liebet einander!" - "Ich werde Dich immer lieben", sagen Liebende zueinander, und sie meinen es auch so. Manche sind schwer enttäuscht, wenn der Reiz zur Liebe und Lust auf einmal nicht mehr funktioniert.

 Auch wenn wir das, was Paulus meint, nur fragmentarisch leben können, das Vollkommene wird kommen. Solange sind wir voll Sehnsucht und Hoffnung und suchen unbewußt oder bewußt die Erfüllung. Woher kommt das?  Merken wir oft nicht vor lauter Angst, dass wir zwar enttäuscht, dass wir allein und verlassen worden sind, dass die Wahrheit zum Leben dennoch das Lieben ist, dass die Liebe in uns steckt und einfach gelebt werden will.


"Nun aber bleiben Glauben, Hoffnung, Liebe, aber die Liebe ist die größte unter ihnen."

Und wenn wir noch so viel Dummheiten machen, weil wir vor der Einsamkeit Angst haben, und wenn das Leben noch so rätselhaft und Gottes Wirken geheimnisvoll bleibt, wir Menschen versuchen doch immer wieder, Liebesbeziehungen einzugehen. Gott hat uns alle Möglichkeiten gegeben, mit Geist, Seele und Körper zusammen zu leben und neue Brücken zueinander zu bauen. Nur dürfen wir nicht die Liebe aufteilen und eingrenzen, und wir müssen dranbleiben gerade heute im Rätseln, wie wir die Liebe ungeteilt und ohne Grenzen leben können. Angst ist dabei immer der Feind der Liebe. Doch Liebe rottet die Angst aus. Wie funktioniert das?

Der modernen Wissenschaft zufolge gibt es ein Hormon der Liebe. Überall, wo Liebe und Lust sind, wo wir miteinander in Freude Leben, ist auch OXYTOZIN - wie Niles Newton etwa vor 20 Jahren bemerkt hat - ein Hormon, das von genau definierten Bereichen des primitiven (Alt-) Hirns produziert und vom Hypophysenhinterlappen freigegeben wird. Es entsteht natürlich bei allen sexuellen Aktivitäten, die mit Lust vollzogen werden, und in der Freude am ganzen Leben. Das Hormon bewirkt ganz am Anfang des Lebens das Verschmelzen von Samen- und Eizelle, es wächst schon im Ungeborenen, ist schuld an den Gebärmutterkontraktionen, die, so weiß man heute, vom Ungeborenen und nicht vom Körper der Mutter mit dem Stoff Oxytozin angeregt werden. Das Hormon ist dann auch nachher in der Muttermilch enthalten, und seine Bildung wird beim Stillen in Mutter und Kind hervorgebracht. Bei jeder Mahlzeit später wird, wenn wir Essen und Trinken mit Genuß erleben, Oxytozin im Körper produziert. Es regt auch die Betreuung der Kinder an und fördert bei Tieren den Nestbau.

Absoluter Höhepunkt in dieser Hormonproduktion ist jedoch die Zeit gleich nach der Geburt, da bekommt heute, so hat mein Sohn mir erzählt, bei ihnen im Krankenhaus die Mutter das Neugeborene gleich auf die Brust gelegt, es bleibt dabei noch etwa fünf Minuten über die Nabelschnur mit der Mutter verbunden, bis diese Verbindung aufhört zu pulsieren und das Kind selbständig atmet. Das ist die Zeit, da das Oxytozin am meisten hergestellt wird sowohl bei der Mutter als auch beim Kind. Wissenschaftler meinen nun, diese Augenblicke seien der Ursprung für alle unsere Empfindungen für Liebe. Theologen andererseits wissen nun auch, dass die Ausdrücke Gnade und Barmherzigkeit weiblich sind in der Bibel und eigentlich die Liebe einer Mutter zum Kind meinen. So liebevoll und selbstlos geschieht Gottes Liebe zu uns allen.

Liebe wird also vom älteren Teil des Gehirns gesteuert, schafft Beziehung zwischen uns Menschen und hat auch etwas mit der Aufnahme einer kosmischen Liebe zu tun, wie die Esoteriker heute annehmen, dass sie von Gott oder vom Universum her geschieht. Liebe ist unsere Gabe und Aufgabe, und schon das kleine Kind, das gerade geboren wird, bringt sie mit in unsere Welt. Wir müssen sie pflegen und, ohne Grenzen zu ziehen, weitergeben lernen, damit es weniger Angst gibt in der Welt. Angst macht krank und schafft Gewalt, aber Liebe heilt.

 

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